Was ist zu tun

Was müssen Sie tun, wenn ein Todesfall eingetreten ist und wofür haben Sie Zeit?


Das, was sich jeder von uns wünscht, wenn er einmal stirbt, ist eingetreten. Ihr Angehöriger ist zu Hause verstorben, im Beisein seiner Angehörigen, in seiner ihm vertrauten Umgebung. Vielleicht ist aber auch das eingetreten, was für Sie als Angehörige eine ganz erschütternde Situation ist – Ihr Angehöriger ist plötzlich und unerwartet vom Tod zu Hause überrascht worden. Es ist schwer, in einer solchen Situation überlegt zu reagieren. Wenn Sie die Hoffnung haben, dass eine schnelle medizinische Hilfe erfolgreich sein kann, rufen Sie sofort den Notarzt unter der Telefon-Nr. 112 und beginnen Sie, so gut Sie können, mit der Wiederbelebung. Haben Sie keine Scheu, etwas falsch zu machen. Wichtig ist, dass Sie handeln!


Sind Sie sich sicher, dass Ihr Angehöriger verstorben ist, ist er vielleicht in Ihren Armen eingeschlafen, dann informieren Sie am besten Ihren Hausarzt oder einen anderen erreichbaren Arzt. An Sonn- und Feiertagen oder nachts rufen Sie den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweit einheitlichen Telefon-Nummer 116 117 an (Vorwahl nicht notwendig, Anrufe sind kostenfrei). Ein Notarzt kann Ihnen in dieser Situation lediglich eine Todesfeststellung ausstellen. Für einen ordnungsgemäßen Totenschein muss zusätzlich der Hausarzt oder  ein Bereitschaftsarzt hinzugezogen werden, was Ihnen die Situation nicht leichter macht und zudem zusätzliche Kosten verursacht. Wenn Ihr Angehöriger eines natürlichen Todes gestorben ist, ist es nicht notwendig, Mitten in der Nacht einen Arzt zu rufen. Die Benachrichtigung am nächsten Morgen ist ausreichend. Für die Ausstellung der Todesbescheinigung benötigt der Arzt den Personalausweis des Verstorbenen.


Ab jetzt haben Sie Zeit! Zeit, Familienangehörige zu informieren, sich gemeinsam zu verabschieden. Zeit, zu realisieren und zu weinen. Zeit, sich in der Familie oder mit Freunden zu beraten. Sie dürfen sich die Zeit nehmen, eine traditionelle Totenwache zu halten, denn Sie können Ihren Angehörigen bis zu 36 Stunden zu Hause behalten. Den Zeitpunkt, wann Sie ein Bestattungsunternehmen informieren, legen Sie fest.


Ist Ihr Angehöriger im Krankenhaus, im Altenheim oder im Hospiz verstorben, wird die Ausstellung des Totenscheines von den Mitarbeitern veranlasst. Mit der Auswahl des Bestattungsunternehmens können Sie sich etwas Zeit lassen. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einige Hinweise geben. Für viele Angehörige ist es schockierend, wenn Sie die Nachricht vom Tod des Angehörigen erhalten und im Krankenhaus ein leeres Bett vorfinden. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es auch anders geht. Niemand wird Ihnen den Wunsch abschlagen, sich noch einmal verabschieden zu können. Besprechen Sie dieses am Telefon oder im Vorfeld. Es ist auch möglich, den Verstorbenen nach Hause bringen zu lassen. Dort können Sie in aller Ruhe mit der Familie und Freunden Abschied nehmen.


Wir wissen, es fällt schwer, in dieser Situation klar zu denken und Entscheidungen zu treffen. Dennoch ist es hilfreich, wenn Sie sich über folgende Dinge Gedanken machen und ggf. mit der Familie oder Freunden besprechen:

 

  • welche Wünsche hatte der Verstorbene für seine Beisetzung, gibt es einen "Letzten Willen"
  • welche Bestattungsart soll gewählt werden, was passt am besten zu dem Verstorbenen und was würde Ihnen am meisten helfen
  • wünschen Sie eine Abschiednahme, eine Gedenkfeier, eine Gedenkrede
  • kann ein Familienmitglied oder Freund einen Nachruf oder eine Rede halten
  • möchten Sie an der Ausgestaltung der Gedenkfeier aktiv mitwirken
  • wie viele Angehörige, Freunde und Bekannte könnten zur Gedenkfeier kommen, oder wünschen Sie eine Verabschiedung im engsten Familienkreis
  • welche Lieblingsblumen hatte der Verstorbene und noch wichtiger, welche Blumen mochte er nicht. Und falls er gar keine Blumen mochte, welches war seine Lieblingsfarbe
  • welche Kleidung soll der Verstorbene tragen
  • möchten Sie Ihrem Angehörigen etwas mit auf seinen Weg geben; Fotos, Briefe, Schmuck, Bücher, Zigaretten, ein Kuscheltier...
  • welchem Bestattungsunternehmen möchten Sie sich anvertrauen


Während Sie über all diese Dinge nachdenken, halten Sie inne, wenn Sie von Trauer und Emotionen überwältigt werden und weinen Sie. Ihr Angehöriger hat jede Träne, die Sie vergießen verdient. Legen Sie sich vielleicht eine schöne CD ein, seine / ihre Lieblingsmusik und vielleicht kommt Ihnen dabei auch eine Idee, welche Musik Sie sich zum Abschied bei der Gedenkfeier wünschen.